Werkstatt: Evolution und Sinnesbiologie

Lernblock · Biologie · Jahrgang 9 · Werkstattunterricht P1–P8 + Wahlstationen W1–W9

Lernmaterialien

In dieser Werkstatt arbeitest du weitgehend in deinem eigenen Tempo an Pflichtstationen (P1–P8, W1–W3) und – wenn Zeit bleibt – an frei wählbaren Zusatzstationen (W5–W9) rund um Evolution, Sinnesorgane und Wahrnehmung. Manche Stationen bauen aufeinander auf: erst wenn du die vorausgesetzten Stationen erledigt hast, ergibt die nächste Station Sinn. Deine Lehrkraft trägt dir dafür Stempel in deinen Werkstattpass ein. Die Seite lässt sich direkt am Bildschirm ausfüllen, du kannst eigene Fotos/Aufnahmen an Aufgaben anhängen und am Ende (oder je Station) als PDF exportieren.

🧬 Evolution als roter Faden dieser Werkstatt: Auch wenn es hier um Augen und Ohren zu gehen scheint – das eigentliche Thema ist Evolution. Stationen P1/P2 (plus W1–W3) erarbeiten das Erklärungsprinzip Variation + Selektion: Innerhalb einer Population gibt es zufällige, vererbbare Unterschiede; Individuen mit vorteilhaften Merkmalen setzen sich über Generationen durch. Ab P3 wendest du dieses Prinzip auf konkrete Beispiele an – Nervensystem, Auge und Ohr als Ergebnis genau dieses Prozesses – und übst in P8, die Anpassung eines Lebewesens damit korrekt zu erklären, statt ihm eine Absicht zu unterstellen. Dieses Denkmuster ist keine Eintagsfliege: Wir greifen es in den kommenden Themen immer wieder auf, um zu erklären, warum Lebewesen so sind, wie sie sind.

🦺 Sicherheitseinweisung Bio-Fachraum

Bevor es losgeht: die wichtigsten Regeln
  • Im Fachraum wird nicht gegessen oder getrunken.
  • Taschen und Jacken bleiben an der Seite, nicht im Gang.
  • Anweisungen der Lehrkraft sind bei Experimenten sofort zu befolgen.
  • Verletzungen oder Unwohlsein sofort melden – auch kleine.
  • Standort des Erste-Hilfe-Kastens und Fluchtweg/Sammelplatz bei Alarm werden dir im Raum gezeigt.
  • In dieser Werkstatt kommen später echte Experimente dazu (z. B. Reaktionszeit-Messung in P3, Beobachtung am eigenen Auge in P5, Sezieren eines Schweineauges in P7) – dafür gelten zusätzliche Regeln, die jeweils vorher erklärt werden.

Bestätige mit Namen und Datum, dass du die Sicherheitsregeln gelesen und verstanden hast:

Überblick – Werkstattpass und Grundbegriffe

📋 Mein Werkstattpass

Reihenfolge und Freischalt-Logik: P1 zuerst. Danach P2 sowie W1–W3 (Pflicht). P3 (Nerven & Reflexbogen) baut auf P1 auf. P4 (Aufbau des Auges) baut ebenfalls auf P1 auf. P5 und P6 setzen P4 voraus. P7 (Sezier-Station) setzt P4 und P5 und P6 voraus – erst wenn du das Auge verstanden hast, wird seziert. P8 (Synthese) setzt P5, P6, P7 sowie W1–W3 voraus. Lass dir jede erledigte Station von deiner Lehrkraft im Kästchen unten abstempeln.

StationVoraussetzungStempel
↳ P1 – Wollten die Läuse das?–
↳ P2 – Elefanten-ZusatzaufgabeP1
↳ W1 – Quellenbewertung (Pflicht)P1
↳ W2 – Artbegriff-Kartenpaare (Pflicht)P1
↳ W3 – Populationsdenken (Pflicht)P1
↳ P3 – Nerven & ReflexbogenP1
↳ P4 – Aufbau des AugesP1
↳ P5 – PupillenreflexP4
↳ P6 – Netzhaut-StationP4
↳ P7 – Sezier-Station SchweineaugeP4 + P5 + P6
↳ P8 – Synthese-StationP5 + P6 + P7 + W1 + W2 + W3

Die Wahlstationen W4–W9 sind freiwillig, kein Stempel nötig – für Vertiefung, wenn du Zeit übrig hast.

📇 Begriffskarte „Werkzeugkasten kompakt"
PopulationDie Gesamtheit der Individuen einer Art, die an einem Ort zusammenleben und sich miteinander fortpflanzen können.
Modifikatorische VariabilitätUnterschiede zwischen Lebewesen, die durch Umwelteinflüsse entstehen (z. B. Training, Ernährung) – nicht erblich.
Genetische VariabilitätUnterschiede zwischen Lebewesen, die in den Erbanlagen liegen – erblich, damit Grundlage für natürliche Selektion.
📚 Zwei Theorien im Vergleich
Lamarcks Theorie (1809) — „Vererbung erworbener Eigenschaften"Ein Lebewesen verändert sich während seines Lebens durch Gebrauch oder Nichtgebrauch eines Körperteils. Beispiel: Eine Giraffe streckt sich immer wieder nach hohen Blättern — dadurch wird ihr Hals im Laufe ihres Lebens länger. Diese im Leben erworbene Veränderung wird an die Nachkommen weitervererbt.
Kernidee: Bedürfnis → aktive Anpassung im Leben → Vererbung des erworbenen Merkmals. Heute widerlegt: Was ein Lebewesen im Leben erwirbt (z. B. trainierte Muskeln), wird nicht an die Gene weitergegeben und damit auch nicht vererbt.
Darwins Theorie (1859) — „Variation und natürliche Selektion"Innerhalb einer Population gibt es von Geburt an zufällige, erbliche Unterschiede zwischen Individuen — unabhängig davon, ob sie gebraucht werden. Beispiel: Manche Giraffen haben schon zufällig einen etwas längeren Hals als andere. Tiere mit einem für die Umwelt vorteilhaften Merkmal überleben häufiger und bekommen mehr Nachkommen. So wird das vorteilhafte Merkmal in der Population mit der Zeit häufiger.
Kernidee: Zufällige Variation (schon vorhanden) → Selektion durch die Umwelt → Vererbung an die nächste Generation. Heute wissenschaftlich anerkannt: Grundlage der modernen Evolutionsbiologie.

Merksatz zum Unterschied: Bei Lamarck verändert sich das einzelne Tier durch sein Verhalten, und diese Veränderung wird vererbt. Bei Darwin gibt es die Unterschiede schon vorher zufällig in der Population – die Umwelt entscheidet nur, wer davon profitiert und sich stärker fortpflanzt.

Aufgabe: Erkläre in eigenen Worten den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Theorien – wo genau setzt bei Darwin die Auswahl an?

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🦋 Tarnen & Warnen — Angepasstheit im Schnelldurchgang

📖 Buch: Kap. 9.3 „Tarnen – Warnen – Täuschen" (S. 202)

Auch Tarnung (z. B. Stabschrecke sieht aus wie ein Zweig) und Warntracht (z. B. schwarz-gelbe Streifen bei Wespen) sind Angepasstheiten — entstanden nach demselben Werkzeugkasten wie beim Läuse-Beispiel: Zufällige Variation in der Färbung/Form → Tiere mit besserer Tarnung/auffälligerer Warnung werden seltener gefressen → überleben häufiger → geben das Merkmal häufiger weiter.

Aufgabe: Wähle ein Tier mit Tarnung ODER Warntracht (eigene Wahl/Recherche). Erkläre in 2–3 Sätzen mit dem Werkzeugkasten (Variation – Selektion – Vererbung), wie diese Angepasstheit entstanden sein könnte.

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P1 – Diagnose-Station: „Wollten die Läuse das?"

📖 Buch: Kap. 9.7, S. 210 ff.

🧠 Einstieg

Schlagzeile: „77 % der Kopfläuse weltweit sind resistent gegen gängige Läusemittel – in manchen Ländern sogar 100 %."

Sprich kurz mit deiner Sitznachbarin/deinem Sitznachbarn: Kennst du das? Hattest du selbst schon mal Läuse, oder kennst du jemanden?

📍 Standortbestimmung

Kreuze spontan an, bevor du weiterliest – es gibt hier noch keine Auflösung:

Aussagerichtig/falsch
1. Merkmale von Lebewesen werden von den Eltern an die Kinder weitergegeben.
2. Ein Lebewesen kann sich während seines Lebens absichtlich verändern, um besser zu überleben – und diese Veränderung wird vererbt.
3. Zufällige Unterschiede zwischen Lebewesen (z. B. Fellfarbe) gibt es auch ohne, dass sich die Umwelt verändert hat.
4. Wenn viele Lebewesen mit einem bestimmten Merkmal überleben und sich vermehren, wird dieses Merkmal in der nächsten Generation häufiger.

Wie viele hattest du richtig? Das ist nur eine Empfehlung, wo du auf der Lerntreppe unten starten könntest – du entscheidest selbst.

Richtige AntwortenEmpfohlener Start
0–1Niveau 1
2Niveau 2
3Niveau 3
4Niveau 4 (direkt die Herausforderung wagen)
Niveau 1 – Basis (Start hier, wenn 0–1 richtig)

Aufgabe: Ordne die Kartenpaare: Welche Aussage ist eine echte Erklärung, welche ist ein Alltags-Irrtum?

  • A1: „Die Läuse wollten resistent werden, um zu überleben."
  • A2: „Einige Läuse waren durch puren Zufall schon unempfindlich gegen das Mittel; das Mittel hat nur die anderen entfernt."
  • B1: „Giraffen haben sich den Hals lang gestreckt, damit sie an die hohen Blätter kommen."
  • B2: „Giraffen mit einem zufällig etwas längeren Hals kamen an mehr Nahrung und pflanzten sich häufiger fort."
  • C1: „Eisbären wollten weißes Fell bekommen, um sich im Schnee zu tarnen."
  • C2: „Zufällig hellere Bären wurden von ihrer Beute seltener entdeckt und überlebten häufiger."

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🎯 Alle Paare richtig? → Weiter zu Niveau 2!

Niveau 2 – Aufbau (Start hier, wenn 2 richtig)

Aufgabe: 6 Kartenpaare, zwei davon etwas kniffliger formuliert (klingen neutral, sind aber trotzdem ein Irrtum):

  • D1: „Die Läuse haben sich an das Gift angepasst." (kniffliger Irrtum)
  • D2: „Läuse mit einer zufälligen Mutation waren gegen das Gift unempfindlich und pflanzten sich häufiger fort."
  • E1: „Bakterien werden durch den Kontakt mit Antibiotika widerstandsfähig." (kniffliger Irrtum)
  • E2: „Bakterien mit einer zufälligen Resistenz-Mutation überleben den Kontakt mit Antibiotika häufiger und vermehren sich stärker."
  • F1: „Pfeilgiftfrösche entwickelten Gift, um sich vor Fressfeinden zu schützen."
  • F2: „Zufällig giftigere Frösche wurden seltener gefressen und pflanzten sich häufiger fort."

Zusatzaufgabe: Schreib in eigenen Worten, was an einer der Irrtums-Aussagen genau falsch ist.

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🎯 Zuordnung richtig und eigener Satz ohne Ziel-Wort? → Weiter zu Niveau 3!

Niveau 3 – Transfer (Start hier, wenn 3 richtig)

Neue Schlagzeile, dieses Mal ohne Vorlage: „Bakterien werden resistent gegen Antibiotika."

Aufgabe: Erkläre in eigenen Worten mit den Begriffen Mutation, Selektionsdruck und Population, wie es dazu kommt – ohne die Wörter „wollte" oder „damit" zu benutzen.

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🎯 Alle drei Begriffe korrekt verwendet? → Weiter zu Niveau 4!

Niveau 4 – Herausforderung (für die Profis)
„Stadtratten – die unbesiegbaren Überlebenskünstler"

Nachdem die Stadt vor 15 Jahren begann, Rattengift in der Kanalisation auszulegen, entwickelten die Ratten schnell eine Resistenz, um weiter überleben zu können. Die klugen Tiere passten sich an das Gift an: Jede einzelne Ratte gewöhnte sich daran, nachdem sie mehrmals kleine Mengen davon gefressen hatte, und gab diese neu erworbene Widerstandskraft an ihre Kinder weiter. Nach nur drei Generationen war die gesamte Population immun, weil sich alle Ratten gemeinsam an die neue Gefahr angepasst hatten.

Aufgabe: Finde alle Denkfehler in diesem Artikel-Auszug und schreibe eine korrigierte Version.

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Zusatzfrage: Hätte Lamarck oder Darwin der ursprünglichen Schlagzeile zugestimmt? Begründe in 2–3 Sätzen.

🏁 Geschafft? Bei Zeit übrig: Erfinde selbst eine fehlerhafte Schlagzeile für eine Mitschülerin/einen Mitschüler!

🆘 Hilfekarte – wenn du nicht weiterkommst

Tipp 1: Denk an die Läuse: Haben sie sich entschieden, resistent zu werden?

Tipp 2: Merksatz: Zufall entsteht zuerst, Selektion entscheidet danach.

Nach zwei Tipps: probier es noch einmal auf derselben Stufe. Kein Rückschritt, kein Punktabzug.

💭 Reflexion

1. Kannst du jetzt erklären, warum das Läusemittel nicht mehr so gut wirkt wie früher?

2. Wo stehst du jetzt im Vergleich zum Start der Stunde? Trag deine Ampel ins Kompetenzraster ein: „Vermutung & Fakt trennen" und „Echte Erklärung erkennen".

3. Welche Stufe der Lerntreppe hast du erreicht? Was war die größte Hürde?

Kontrollfrage zum Freischalten: Welches Wort deutet in unwissenschaftlichen Erklärungen fälschlich auf eine Absicht der Tiere hin (wie im Ausgangstext)? (ein Wort)

P2 und Pflichtstationen W1–W3

P2 – Elefanten-Zusatzaufgabe

In mehreren afrikanischen Nationalparks wird beobachtet, dass immer mehr Elefanten mit kleinen oder ganz fehlenden Stoßzähnen geboren werden – in Gebieten mit starker Wilderei (Jagd auf Elefanten wegen des Elfenbeins) stärker als anderswo.

Aufgabe: Entwickle dazu eine Fragestellung und eine Hypothese. Nutze denselben Werkzeugkasten wie beim Giraffen-AB (Variation – Selektion – Vererbung).

Tipp: Was passiert mit einem Elefanten, der zufällig kleine oder keine Stoßzähne hat, wenn Wilderer gezielt nach Stoßzähnen jagen?

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Kontrollfrage zum Freischalten: Wie heißt der Fachbegriff für den Prozess, bei dem sich vorteilhafte Merkmale in einer Population durchsetzen? (ein Wort)

W1 – Quellenbewertungs-Checkliste (Pflicht)

📖 Buch: Kap. 4.7 „Antibiotika und multiresistente Bakterien" (S. 80)

KriteriumJa/NeinBegründung
1. Ist erkennbar, wer die Quelle verfasst/veröffentlicht hat?
2. Wirkt die Quelle sachlich statt reißerisch/übertrieben?
3. Ist die Quelle aktuell oder nennt sie ein Datum?
4. Werden Aussagen mit Fakten/Studien belegt, nicht nur behauptet?
5. Stimmt die Kernaussage mit anderen Quellen überein?

Kontrollfrage zum Freischalten: Wie viele Kriterien enthält die Checkliste oben? (Zahl)

W2 – Artbegriff-Kartenpaare (Pflicht)

📖 Buch: Kap. 9.4 „Artbildung durch Evolutionsfaktoren" (S. 204)

Entscheidung nach Materialprüfung: Kartenpaare ohne Bildbezug. Eine Zuordnung anhand von Fortpflanzungs-Fakten ist direkt auf die Definition „Art = Fortpflanzungsgemeinschaft" anwendbar.

Aufgabe: Prüft für jedes Tierpaar, ob es sich laut dem biologischen Artbegriff (fruchtbare Nachkommen) um dieselbe Art handelt.

Pudel
Haushunderasse. Paart sich mit anderen Hunderassen und mit Wölfen — Nachkommen sind fruchtbar.
Wolf
Wildform aller Haushunde. Verpaarungen mit Haushunden sind bekannt, die Nachkommen sind fruchtbar.
Hauspferd
Kann sich mit dem Steppenzebra paaren. Das Nachkommen-Tier heißt Zebroid.
Steppenzebra
Kann sich mit dem Hauspferd paaren. Das Nachkommen-Tier heißt Zebroid.
Silbermöwe
Verbreitet an Nord-/Ostsee, sieht der Heringsmöwe sehr ähnlich.
Heringsmöwe
Verpaart sich in freier Wildbahn kaum mit der Silbermöwe — eigener Gesang, eigenes Balzverhalten.

Aufgabe: Bildet aus den sechs Karten drei Paare und ordnet begründet zu: gleiche Art oder unterschiedliche Art?

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Kontrollfrage zum Freischalten: Können Pudel und Wolf sich fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen? (ja/nein)

W3 – Populationsdenken: Spielmaterial (Pflicht)

📖 Buch: Kap. 9.2 „Genetische Variabilität in Populationen" (S. 198)

Spielsteine zum Ausschneiden (20 Stück, 4 davon resistent): 4 × „R" (resistent), 16 × „N" (normal) — sie stellen eine Schädlingspopulation dar.

Spielregel: Würfle pro Runde für jeden „N"-Stein einzeln. Bei 1–2: Stein „stirbt" (aus dem Spiel nehmen). Bei 3–6: Stein überlebt. „R"-Steine überleben immer. Nach jeder Runde: alle überlebenden Steine verdoppeln sich (Fortpflanzung) — bei „R" verdoppeln sich R-Steine, bei „N" verdoppeln sich N-Steine. Zähle nach jeder Runde den Anteil R an der Gesamtpopulation.

RundeAnzahl resistent (R)Anzahl normal (N)Anteil R in %
Start41620 %
1
2
3
4

Digitaler Würfel: Populationsdenken simulieren

Bereit für Runde 1 von 4. Kein Spielmaterial zur Hand? Klicke auf „Runde würfeln“ – der Zufallsgenerator würfelt für jeden N-Stein einzeln (1–2 = stirbt, 3–6 = überlebt) und füllt die Tabelle oben automatisch aus.

Aufgabe: Beschreibe den Trend über die Runden und erkläre ihn mit dem Selektionsprinzip.

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Kontrollfrage zum Freischalten: Steigt oder sinkt der Anteil resistenter Spielsteine über die Runden in der Regel? (steigt/sinkt)

P3 – Nerven & Reflexbogen

📖 Buch: Kap. 1.3 „Bau und Funktion von Nervenzellen" (S. 14), Kap. 1.4 „Reflexe und bewusste Reaktionen" (S. 18), Kap. 1.5 „Nervensysteme im Körper" (S. 20) · Zusatzmaterial: Arbeitsblatt „Reiz-Reaktions-Schema"

🧠 Kurz-Infotext: Die Nervenzelle

Eine Nervenzelle besteht aus dem Zellkörper mit Zellkern, den Dendriten (nehmen Signale auf) und dem Axon (leitet Signale weiter, oft lang und isoliert). An der Synapse wird das Signal an die nächste Zelle übergeben.

Das zentrale Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark und verarbeitet die Signale. Das periphere Nervensystem verbindet ZNS und Körper.

📄 Arbeitsblatt: Vom Reiz zur Reaktion
Illustration: Eine Person fängt einen auf ein Tor geworfenen Ball

Abbildung 1. Wurf aufs Tor.

Wird ein Reiz durch ein Sinnesorgan aufgenommen, so wird er über sensorische Nerven zum zentralen Nervensystem geleitet. Unter sensorischen Nerven versteht man Nerven, die Signale von den Sinnesorganen zum zentralen Nervensystem, also dem Rückenmark und dem Gehirn, leiten. Dort erfolgt die Verarbeitung. Die Signale von den Sinneszellen werden im Großhirn mit Gedächtnisinhalten verglichen. Dadurch wird die Situation erkannt. Erst danach wird im Großhirn eine Entscheidung über die Reaktion getroffen. Über motorische Nerven werden die Befehle an die entsprechenden Muskeln geleitet und von diesen ausgeführt.

Während des Vorganges treffen laufend weitere Signale aus dem Auge und von anderen Sinnesorganen im Gehirn ein, sodass ständig auf Veränderungen der Situation reagiert werden kann. Durch ständiges Üben können solche Vorgänge beschleunigt werden, weil das Gehirn dadurch die Verschaltungen zwischen den beteiligten Nervenzellen verstärkt.

Nicht nur in Situationen wie im Sport werden Signale aus der Umgebung aufgenommen. Ständig messen Sinnesorgane z. B. die Temperatur der Umgebung. Auch diese Messwerte werden von sensorischen Nerven zum Gehirn geleitet, ohne dass wir das bewusst wahrnehmen. Im Beispiel der Temperatur werden bei Hitze die Schweißdrüsen aktiviert, um den Körper zu kühlen — die Körpertemperatur bleibt so konstant. Allgemein sorgen Regelungsvorgänge im Körper dafür, bestimmte Zustände konstant zu halten.

Ergänzung: Nicht jede Reaktion läuft über das Großhirn. Bei einem Reflex (z. B. Kniesehnenreflex, Wegziehen der Hand von etwas Heißem) übernimmt bereits das Rückenmark die Verarbeitung — sehr schnell, aber unwillkürlich. Der im Text beschriebene Weg über das Großhirn gilt für bewusste Reaktionen wie das Fangen des Balls im Beispiel oben.

✍️ Aufgaben zum Arbeitsblatt
  1. Stelle den allgemeinen Ablauf vom Reiz bis zur Reaktion in Form eines Fließschemas dar.
  2. Notiere in Form einer MindMap die fünf Sinne, die dein Körper besitzt.
  3. Sprinteraufgabe: Stelle begründete Vermutungen auf, wieso das Autofahren unter Alkoholeinfluss verboten ist.

Dein Fließschema

Deine MindMap

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🔒 Zeige dein Fließschema und deine MindMap deiner Lehrkraft.

🔬 Partnerversuch: Reaktionszeit messen (ca. 20 Min.)

Durchführung Teil 1 (visuell): Person A hält ein Lineal senkrecht, Person B hält Daumen und Zeigefinger auf Höhe der 0-cm-Markierung, ohne das Lineal zu berühren. Person A lässt das Lineal ohne Vorwarnung fallen, Person B fängt so schnell wie möglich. Lies ab, bei welcher Zentimeter-Markierung du gefangen hast — je kleiner die Zahl, desto schneller deine Reaktion. 5 Durchgänge, Mittelwert bilden.

Durchführung Teil 2 (akustisch): Wiederhole den Versuch, aber Person B schließt die Augen. Person A sagt statt einer visuellen Vorwarnung laut „Jetzt!" in dem Moment, in dem sie loslässt. Person B fängt auf das Hörsignal hin.

DurchgangSehreiz (cm)Hörreiz (cm)
1
2
3
4
5
Mittelwert
⚠️ Sicherheit: Lineal nur am Rand anfassen, nicht werfen. RiSU-unbedenklich, kein Gefahrstoff, kein besonderes Verletzungsrisiko.
✍️ Auswertung
  1. Ordne den Versuch in die Reiz-Reaktions-Kette von oben ein: Was ist hier der Reiz, was der Rezeptor, was der Effektor?
  2. Vergleiche deine Mittelwerte (Sehreiz vs. Hörreiz). Unterscheiden sie sich? Formuliere eine Vermutung, woran das liegen könnte.
  3. Ist dieser Versuch ein Beispiel für einen Reflex oder eine bewusste Reaktion? Begründe mit dem Infotext.
  4. Erweiterung: Nenne ein Beispiel für einen echten Reflex aus deinem Alltag, bei dem das Gehirn nicht an der Entscheidung beteiligt ist.

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Kontrollfrage zum Freischalten: Wie heißt eine sehr schnelle, unwillkürliche Reaktion, die schon im Rückenmark verarbeitet wird? (ein Wort)

P4 – Aufbau des Auges

👁️ Augen-Querschnitt
Querschnitt durch das menschliche Auge (Hornhaut, Linse, Iris, Glaskörper und die drei äußeren Augenhüllen)

Aufgabe: Ordne die Fachbegriffe den passenden Beschreibungen zu – schau dir dazu genau an, wo im Bild sich die jeweilige Struktur befindet. Ziehe dazu einen Begriff auf sein Feld (oder tippe zuerst auf einen Begriff und danach auf das Feld).

durchsichtige Wölbung ganz vorne
durchsichtige, linsenförmige Struktur direkt dahinter
bräunliche Struktur mit der Öffnung in der Mitte
großer, mit Flüssigkeit gefüllter Innenraum
äußerste (dickste) Hülle ganz außen
mittlere Hülle (gefäßreich)
innerste, dünne Hülle direkt am Glaskörper
Netzhaut
Hornhaut
Aderhaut
Iris / Pupille
Lederhaut
Glaskörper
Linse

✂️ Zuordnungskärtchen: Struktur und Funktion

Ziehe jeder Struktur die passende Funktionskarte zu (die Funktionskarten stehen absichtlich in anderer Reihenfolge) – oder tippe zuerst auf eine Funktionskarte und danach auf die Struktur.

Hornhaut
Linse
Glaskörper
Iris / Pupille
Netzhaut
Aderhaut
Lederhaut
enthält die Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen), wandelt Licht in Nervensignale um
formt das Bild scharf, veränderbare Brechkraft (Akkommodation)
äußere, feste Schutzhülle des Augapfels
gefäßreiche Schicht, versorgt das Auge mit Nährstoffen
regelt die einfallende Lichtmenge durch Veränderung der Pupillenweite
durchsichtige, gewölbte Vorderfläche, bricht das Licht am stärksten
stabilisiert die Form des Augapfels von innen

Kontrollfrage zum Freischalten: Wie viele Struktur-Karten sollt ihr den Funktionskarten zuordnen? (Zahl)

P5 – Pupillenreflex: Erklärkarte

📖 Buch: Kap. 2.2 „Die Pupillenreaktion – ein Regelungsvorgang" (S. 32), M „Regelungsvorgang" (S. 34)

🔬 Aufgabe (Partnerversuch, ca. 25 Min.): Beobachtet euch gegenseitig: Wie verändert sich die Pupille beim Wechsel von dunkel zu hell und umgekehrt? Zeichnet beide Zustände (dunkel/hell) in die Kästchen unten.

Pupille bei Dunkelheit

Pupille bei Helligkeit

Differenzierung (Erweiterung): Übertrage das Regelkreis-Prinzip (Reiz → Rezeptor → Verarbeitung → Reaktion) zusätzlich auf ein selbst gewähltes zweites Körperbeispiel.

Lest danach die Erklärkarte unten und vergleicht euer Ergebnis damit.

🔦 Warum verengt sich die Pupille bei Helligkeit?

Die Pupille ist eine Öffnung in der Iris (Regenbogenhaut). Trifft viel Licht auf die Netzhaut, ziehen sich Ringmuskeln in der Iris zusammen und verkleinern die Pupille — so gelangt weniger Licht ins Auge, und die lichtempfindlichen Sinneszellen werden vor Überreizung geschützt. Bei Dunkelheit entspannen sich diese Muskeln, die Pupille weitet sich, damit mehr Licht einfallen kann.

Dieser Vorgang läuft unwillkürlich ab — du kannst deine Pupille nicht bewusst steuern. Man spricht von einem Reflex: Reiz (Licht) → Rezeptor (Netzhaut) → Verarbeitung (Gehirn) → Reaktion (Ringmuskel der Iris).

Selbstkontrolle: Stimmt deine gezeichnete Beobachtung damit überein? Wurde die Pupille bei Helligkeit kleiner, bei Dunkelheit größer?

Aufgabe: Beschreibe die Reflexkette in eigenen Worten anhand eurer Beobachtung.

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Kontrollfrage zum Freischalten: Welche Struktur des Auges verengt bzw. erweitert die Pupille? (ein Wort)

P6 – Netzhaut-Station

📖 Buch: Kap. 2.3 „(Un)Scharfe Wahrnehmung" (S. 38)

🍬 Einstieg (optional): Gummibärchen im Dunkeln

In Teams: Beschriftet ein weißes Blatt mit Farbnamen (Rot, Gelb, Orange, Grün, Weiß). Legt Gummibärchen in die Mitte und sortiert sie im abgedunkelten Raum nach Farbe. Die Gummibärchen werden nur angeschaut und sortiert, nicht gegessen – im Fachraum wird nicht gegessen oder getrunken.

Impuls: Warum klappt das im Dunkeln kaum, obwohl man die Bärchen noch sieht? Notiere eine erste Vermutung – du überprüfst sie gleich in Teil 2.

Teil 1 – Blinder Fleck

Schließe dein rechtes Auge. Fixiere mit dem linken Auge das Kreuz. Halte das Blatt zunächst nah vors Gesicht (ca. 15 cm) und bewege es langsam weiter weg. Achte auf den Punkt rechts daneben – bei einem bestimmten Abstand verschwindet er kurz.

Wiederhole danach mit geschlossenem linkem Auge, Punkt fixieren – dann verschwindet stattdessen das Kreuz.

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Teil 2 – Stäbchen und Zapfen

📎 Material von der Lehrkraft: „AB_Stäbchen_und_Zapfen.pdf"

Die Netzhaut enthält zwei Arten von Sinneszellen: Stäbchen (sehr lichtempfindlich, aber farbenblind – zuständig für das Sehen bei Dämmerlicht) und Zapfen (weniger lichtempfindlich, aber farbtüchtig – zuständig für das Farbsehen bei Tageslicht; es gibt S-, M- und L-Zapfen für unterschiedliche Wellenlängenbereiche).

Aufgabe: Erkläre, warum man bei Dämmerlicht zwar noch Formen, aber kaum noch Farben erkennen kann.

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Kontrollfrage zum Freischalten: Womit nimmst du bei Dämmerlicht hauptsächlich wahr – Stäbchen oder Zapfen? (ein Wort)

Teil 3 – Rot-Grün-Sehschwäche (Sprinteraufgabe)

📎 Material von der Lehrkraft: „AB2_Rot-Grün-Schwäche.pdf" (Ishihara-Tafeln, Farbdruck)

Bei einer Rot-Grün-Sehschwäche funktioniert einer der Zapfentypen (meist die für Rot oder Grün zuständigen) nicht richtig, sodass diese Farben schwerer unterschieden werden können – erkennbar z. B. an Ishihara-Tafeln.

Sprinteraufgabe: Recherchiere kurz, welche Anforderungen an das Farbsehen für den Erwerb einer Fahrerlaubnis in Deutschland gelten, und diskutiert, warum das sinnvoll sein könnte.

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P7 – Sezier-Station Schweineauge

📖 Buch: Kap. 2.1, M „Präparation eines Schweineauges" (S. 30)

🔒 Wichtig: gemeinsamer Termin für die ganze Klasse. Diese Station findet nicht einzeln, sondern für alle gleichzeitig an einem festen Termin statt. Deine Stempel für P4, P5 und P6 müssen vor diesem Termin vorliegen – sie werden kontrolliert. Wer noch etwas davon nicht geschafft hat, meldet sich rechtzeitig bei der Lehrkraft.

Du kennst jetzt den Bauplan des Auges (P4), wie sich die Pupille automatisch anpasst (P5) und wie die Netzhaut mit Blindem Fleck, Stäbchen und Zapfen funktioniert (P6). Jetzt überprüfst du dein Modell am echten Objekt.

1. Vorher (Verifikations-Skizze): Zeichne, welche Strukturen du basierend auf P4, P5 und P6 im Schweineauge erwartest, und beschrifte deine Erwartung.

Verifikations-Skizze (Erwartung, vor der Sektion)

2. Sektion: Führt die Sektion nach der Anleitung/Demonstration der Lehrkraft durch. Arbeitet zu zweit oder zu dritt.

3. Danach: Trage die tatsächlich gefundenen Strukturen in eine zweite Skizze ein.

Befund-Skizze (nach der Sektion)

4. Vergleich: Vergleiche deine Erwartung (1) mit dem tatsächlichen Befund (3). Notiere mindestens eine Abweichung zwischen Mensch- und Schweineauge und überlege, warum es sie geben könnte.

⚠️ Sicherheit: Schutzbrille und Handschuhe während der gesamten Sektion tragen. Skalpelle nur wie gezeigt verwenden, immer von dir weg schneiden. Bei Schnittverletzung sofort die Lehrkraft informieren.

Max. 8 MB pro Datei. Wird nur lokal in deinem Browser gespeichert.

Kontrollfrage zum Freischalten: Wie heißt die glänzende Schicht hinter der Netzhaut des Schweineauges, die dem Menschen fehlt und z. B. bei Katzen für das nächtliche „Leuchten" der Augen sorgt? (Fachbegriff, zwei Wörter)

P8 – Synthese-Station

📖 Buch: Kap. 9.7, M „Biologische Erklärungen und Alltagserklärungen" (S. 212)

✍️ Transferaufgabe (ca. 30 Min.)

Schreibe: „Erkläre, warum Adler schärfer sehen als Menschen." — ohne die Wörter „wollte" oder „damit" zu benutzen.

Max. 8 MB pro Datei. Wird nur lokal in deinem Browser gespeichert.

Tausche deinen Text danach mit einer Partnerin/einem Partner und bewertet euch gegenseitig anhand der Rubrik unten. Füllt zum Schluss gemeinsam euer Kompetenzraster final aus.

Feedback-Rubrik (Peer-Bewertung)
KriteriumErfüllt? (✓/teilweise/✗)Anmerkung für Partner:in
Kein Ziel-Wort verwendet ("wollte", "damit", "um zu")
Zufall/Variation wird genannt (z. B. Mutation, natürliche Unterschiede)
Selektion/Überlebensvorteil wird erklärt, nicht nur behauptet
Bezug auf die Population, nicht nur ein einzelnes Tier
Fachbegriffe aus der Werkstatt korrekt verwendet

Tauscht eure Texte, füllt die Tabelle für die Partnerin/den Partner aus, besprecht kurz die Anmerkungen.

W4 – Ohr-Schaubild

📖 Buch: Kap. 2.4 „Das Ohr als Sinnesorgan" (S. 40)

Schaubild eines Querschnitts durch das menschliche Ohr mit Ohrmuschel, Gehörgang, Trommelfell, Gehörknöchelchen und Hörschnecke

Aufgabe: Ordne die Fachbegriffe den passenden Beschreibungen zu – schau dir dazu genau an, wo im Bild sich die jeweilige Struktur befindet. Ziehe dazu einen Begriff auf sein Feld (oder tippe zuerst auf einen Begriff und danach auf das Feld).

äußerer, sichtbarer Teil des Ohres ganz links im Bild
Kanal, der von der Ohrmuschel nach innen führt
dünnes Häutchen am inneren Ende des Gehörgangs
die drei kleinen Knochen im Mittelohr direkt hinter dem Trommelfell
schneckenförmig aufgerollte Struktur im Innenohr, ganz rechts im Bild
Trommelfell
Hörschnecke (Cochlea)
Ohrmuschel
Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel)
Gehörgang

Kontrollfrage zum Freischalten: Wie heißt die Struktur, die Schallwellen zuerst auffängt? (ein Wort)

Wahlstationen W5–W9 (freiwillig)

Diese Stationen sind freiwillige Zusatzangebote für schnelle Gruppen – wählt aus, was euch interessiert.

W5 – Sucht-Station

📖 Buch: Kap. 3.3 „Nikotin und Sucht" (S. 50)

Einstieg: Kennst du das Gefühl, dass du ständig aufs Handy schauen musst, sobald eine Nachricht kommt — auch wenn du eigentlich etwas anderes tun wolltest?

Das Gehirn besitzt ein Belohnungssystem. Bei einem angenehmen Reiz (z. B. Like, Benachrichtigung, Süßes) wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Bei Wiederholung gewöhnt sich das Gehirn daran: Für dasselbe gute Gefühl wird ein stärkerer oder häufigerer Reiz nötig (Gewöhnung).

Aufgabe: Ordne die vier Beispielkärtchen (Social-Media-Benachrichtigungen, Süßigkeiten, Gaming, Nikotin/Vaping) demselben Grundmuster zu: Reiz → Belohnungsgefühl (Dopamin) → Gewöhnung → stärkerer Reiz nötig.

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Erweiterung: Erkläre mithilfe von Kap. 3.3 (S. 50), warum Nikotin besonders schnell zu einer körperlichen Abhängigkeit führt – ohne Angaben zu Konsummengen, nur anhand des Wirkmechanismus.

W6 – Forscher-Station: Sinnestäuschungen

📖 Kein Buchbezug – eigenständige Motivationsstation.

Aufgabe: Probiere mindestens drei Sinnestäuschungen aus der Sammlung aus. Dokumentiere: Was siehst du zuerst, was bei genauerem Hinsehen? Finde ein Beispiel für Sinnestäuschung in Werbung oder Design und beschreibe kurz, wie es wirkt.

Kreativstation ohne festes Richtig/Falsch – kurze Reflexion statt Lösungskarte.

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W7 – Augenschutz-Station

📖 Buch: Kap. 2.1 Umfeld (S. 26–31)

Aufgabe: 6 Mini-Experimente in 3er-Rotation (Rollen: Versuchsleiter/Versuchsperson/Beobachter) — Original-Arbeitsblatt an der Station: Augenbraue (Schweiß), Wimpern/Lidschlussreflex (Fremdkörper), Luftzug-Lidschluss (Austrocknung), Pupillenreflex (Blendung), Lidschlaghäufigkeit (Flüssigkeitsfilm), Tränendrüse (Ausspülen).

⚠️ Sicherheit: Papierkügelchen nur sanft werfen, Schutzbrille bleibt während des gesamten Versuchs auf. Luftzug nur sanft mit sauberer Einwegpipette, nie Druckluft.

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Vertiefungsfrage: Warum muss man sich nach dem Weinen die Nase putzen?

W8 – Birkenspanner-Datenanalyse

📖 Buch: Kap. 9.7 „Anpassungen und Angepasstheiten" (S. 210)

Alltagsbezug: Luftverschmutzung durch Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Aufgabe: Original-AB an der Station — stelle die echten Zähldaten (Manchester, 1848–1895) in einem selbst gewählten Diagrammtyp dar. Werte aus, welcher von zwei Standorten innerstädtisch und welcher ländlich ist.

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W9 – Akkommodation und Sehfehler

📖 Buch: Kap. 2.3 „(Un)Scharfe Wahrnehmung" (S. 38) – dieselbe Seite wie P5

Aufgabe: Baue mit einer Sammellinse ein scharfes Bild auf dem Papierschirm nach — wie verändert sich das Bild bei anderem Abstand? Das entspricht der Akkommodation (Scharfstellen) im Auge.

Zusatz: Simuliere mit einer Zerstreuungslinse Kurzsichtigkeit — was passiert mit einer zusätzlichen Sammellinse (= Brille) davor?

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Kompetenzraster – Selbsteinschätzung

Gilt für die gesamte Reihe (17.08.–02.10.2026).

So nutzt du dieses Raster: Schätze dich nach jeder Aufgabe selbst ein. Trage bei „Start" deine Einschätzung zu Beginn der Reihe ein, bei „Ende" nach der letzten Stunde. So siehst du selbst, wo du dich verbessert hast – auch ohne Note.

🟢 kann ich sicher 🟡 kann ich mit Hilfe 🔴 kann ich noch nicht
KompetenzIch kann …Aufgabe/NachweisNiveauStartEnde
Vermutung & Fakt trennen…eine Vermutung von einer echten Beobachtung unterscheiden.P1: Vermutung zu Kopfläuse-Mittel vor Dateneinsicht formulieren (Standortbestimmung + Lerntreppe)Basis: Unterschied an einem Beispiel erkennen
Erweiterung: selbst ein Beispiel für beides bilden
Echte Erklärung erkennen…eine wissenschaftliche Erklärung von einer Alltagserklärung („wollte", „damit") unterscheiden.P1/P8: Kontrastkarten-ZuordnungBasis: 4 klare Kartenpaare zuordnen
Standard: 6 Kartenpaare inkl. Grenzfälle
Erweiterung: eigene Alltagserklärung selbst korrigieren
Warum passt ein Lebewesen zur Umwelt?…erklären, warum Lebewesen zu ihrer Umgebung passen (Angepasstheit).P1/P2: Kopfläuse-Fall, Werkzeugkasten Darwin/Lamarck-KartenspielBasis: Beispiel nachvollziehen
Erweiterung: eigenes Beispiel erklären
Wie entsteht etwas Neues?…beschreiben, wie neue Eigenschaften entstehen (Zufall) und sich durchsetzen (Selektion) – nicht durch Wollen.P2: Darwin/Lamarck-Kartensortierung am Läuse-FallBasis: 4 Aussagen Darwin/Lamarck zuordnen
Erweiterung: eigenes Gegenbeispiel zu Lamarck finden
Quellen kritisch prüfen…eine Quelle auf Seriosität prüfen und eine KI-Antwort kritisch mit eigener Recherche abgleichen.W1: Antibiotikaresistenz-Recherche + KI-BausteinPflicht: Checkliste anwenden + KI-Antwort kritisch prüfen
Artbegriff anwenden…mithilfe der Definition „Art = Fortpflanzungsgemeinschaft" entscheiden, ob zwei Lebewesen zur gleichen Art gehören.W2: Artbegriff-SortierstationPflicht: alle Kartenpaare korrekt sortieren
Populationsebene denken…erklären, warum Selektion auf einer Population wirkt, nicht auf ein einzelnes Individuum.W3: Populationsdenken-SimulationPflicht: Simulation durchführen + Frage beantworten
Reiz-Reaktions-Kette…den Weg vom Reiz über Rezeptor und Nervenbahn zur Reaktion beschreiben und Reflex von bewusster Reaktion unterscheiden.P3: Reaktionszeit-Versuch (Lineal-Test)Basis: Reiz-Reaktions-Kette am Versuch zuordnen
Erweiterung: eigenes Reflex-Beispiel nennen und begründen
Bau des Auges…die wichtigsten Bauteile des Auges korrekt benennen.P4: Beschriftungspuzzle AugenmodellBasis: Bauteile beschriften
Erweiterung: zusätzlich Funktion je Bauteil in einem Satz
Automatische Anpassung des Auges…erklären, wie sich die Pupille automatisch an Helligkeit anpasst (Regelmechanismus).P5: Partnerversuch PupillenreflexBasis: Beobachtung mit Lückentext protokollieren
Erweiterung: Prinzip auf ein zweites Körperbeispiel übertragen
Vom Reiz zur Wahrnehmung…beschreiben, wie ein Reiz zum Gehirn gelangt und zu einer Wahrnehmung wird.P6: Netzhaut-Station (Blinder-Fleck-Versuch + Stäbchen/Zapfen)Basis: Beobachtung beschreiben
Erweiterung: erklären, warum das Gehirn die Lücke füllt
Beobachten & vergleichen…eine Beobachtung genau aufschreiben und mit einer Vorhersage vergleichen.P5/P6: Protokoll zu VersuchsergebnissenBasis: Beobachtung notieren
Standard: mit eigener Vorhersage vergleichen
Ein Organ fachgerecht untersuchen…ein Organ (Schweineauge) fachgerecht sezieren und Strukturen zeigen.P7: Sektion mit Verifikations-Skizze (Stempel P4, P5, P6 nötig)Basis: Bauteile am Objekt zeigen
Erweiterung: Abweichung Mensch-/Schweineauge begründen
Bau und Funktion zusammen denken…erklären, wie der Bau eines Organs zu seiner Aufgabe passt.P7: Struktur-Funktions-Vergleich Mensch-/SchweineaugeBasis: Zusammenhang nachvollziehen
Erweiterung: selbst begründen
Ergebnis verständlich vorstellen…ein eigenes Ergebnis strukturiert und verständlich präsentieren.P8: Transferaufgabe + Peer-Feedback-RundeBasis: Ergebnis mit Hilfe vorstellen
Erweiterung: frei und ohne zielgerichtete Formulierung erklären

Bei mehreren 🔴 am Ende: Sprich mit deiner Lehrkraft, welche Station sich lohnt, noch einmal anzuschauen.

Öffnet den Druckdialog deines Browsers – wähle dort als Ziel „Als PDF speichern“. Das funktioniert offline, ohne Internetverbindung und in jedem Browser. Für ein PDF nur einer einzelnen Station nutze den Button „📄 Nur diese Station als PDF“ oben in der jeweiligen Station.

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